EU-Reifenlabel

Für alle Neureifen seit 2012 Pflicht: Das EU-Reifenlabel

Das Reifenlabel der Europäischen Union

Durch das Inkrafttreten der EU-Verordnung über die Kennzeichnung von Reifen müssen Hersteller von Reifen Messwerte auf einem Label angeben. Die in Artikel 4, Absatz 1 der EU-Verordnung Nr. 1222/2009 geregelte Vorschrift gilt seit dem 01. November 2002 sowohl für Personenkraftfahrzeuge als auch für leichte und schwere Nutzfahrzeuge. Die 75 x 110 mm große Kennzeichnung muss Informationen über die Effizienz des Reifens, die Nasshaftungsklasse sowie das externe Rollgeräusch enthalten und ist entweder als Aufkleber auf die Lauffläche anzubringen oder als Etikett beizugeben.

Das EU-Reifenlabel ist Teil des Aktionsplans für mehr Energieeffizienz und soll die Verbraucher der Europäischen Union besser über die Höhe des Energieverbrauchs von Reifen sowie die Nasshaftung und die Geräuschkulisse informieren. Die optische Darstellung des Reifenlabels ähnelt den von Elektro-Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Kühlschränken oder Fernsehern bekannten Kennzeichnungen.

Die Kraftstoffeffizienz von Pkws und leichten sowie schweren Nutzfahrzeugen wird unter anderem durch den Rollwiderstand der Reifen beeinflusst. Im Rahmen der EU-Verordnung 1222/2009 wurde daher eine energetische Klassifizierung von Reifen vorgenommen, damit Verbraucher die Kraftstoffeffizienz beurteilen können.

Dem Beispiel von Elektro-Haushaltsgeräten folgend, wurde der Rollwiderstand in die Klassen A bis G eingeordnet, wobei die Klasse A die beste und die Klasse G die schlechteste Reifenleistung kennzeichnet. Die Energieeffizienz eines Reifens hängt wesentlich davon ab, wie viel Energie durch den Rollwiderstand verlorengeht. Je geringer die Verformung des Reifens beim Fahren ist, desto geringer fällt der Energieverlust aus und desto höher ist die Kraftstoffeffizienz des Reifens zu bewerten.

Durch einen möglichst energieeffizienten Reifen werden also sowohl der Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs als auch die damit einhergehenden CO2-Emissionen reduziert.

Die Nasshaftung muss laut EU-Verordnung 1222/2009 auf dem Reifenlabel angegeben werden, um Verbraucher über die Haftung des Reifens auf nasser Fahrbahn zu informieren. Die Nasshaftung ist eine sicherheitsrelevante Größe, die unter anderem auf den Bremsweg großen Einfluss hat. Ähnlich wie bei der Kraftstoffeffizienz wird die Nasshaftung des Reifens mithilfe einer Skala von A bis G klassifiziert. Due Klasse A steht hier wiederum für die beste Nasshaftung, während die Klasse G das untere Ende des Qualitätsspektrums markiert.

Reifen mit guter Nasshaftung sorgen vor allem bei Regenwetter für einen signifikant kürzeren Bremsweg und sind daher sicherer als schlechter kategorisierte Modelle.

Das externe Rollgeräusch von Reifen ist vor allem hinsichtlich der gesetzlichen Grenzen für Geräuschemissionen von Bedeutung. Durch die zwischen 2012 und 2016 in Kraft getretene Verordnung 661 wurden Maximalwerte hinsichtlich der Schallwerte von Reifen festgelegt, um Verbraucher vor zu intensivem Verkehrslärm zu schützen.

Anders als bei der Kraftstoffeffizienz und der Nasshaftung werden Reifen hinsichtlich des externen Rollgeräusches lediglich in drei Stufen eingeordnet. Ein Schallsymbol mit drei schwarzen Wellen kennzeichnet einen Reifen, der lediglich die minimalen gesetzlichen Anforderungen erfüllt, während ein Reifen mit einer schwarzen Welle das derzeitige Optimum hinsichtlich der Geräuschemission darstellt. Der Pegel liegt in diesem Fall mindestens 3 dB unter der gesetzlichen Grenze.